Der Tierschutzverein Laubach und Umgebung e.V. unterstützt
die Fütterung frei lebender Katzen, durch den Kauf von Katzenfutter und an
verschiedenen Stellen wird die Fütterung vorgenommen. Besonders Frau Tribukeit
aus Laubach hat die Fütterung von wild lebenden Katzen übernommen.
Frei lebende Katzen sind die Nachkommen von nicht
kastrierten Hauskatzen oder auch ausgesetzten Tieren. Viele von ihnen sind
krank, ihr Schicksal interessiert kaum jemanden, obwohl sie auf die Hilfe der
Menschen angewiesen sind: Als domestizierte Haustiere sind Katzen nicht mehr in
der Lage, sich und ihre Nachkommen vollständig alleine zu versorgen.
Da sich viele dieser sehr scheuen Tiere nicht mehr an den
Menschen gewöhnen, gibt es nur die Möglichkeit den Tieren ihr Leben zu
erleichtern. Die dem Deutschen Tierschutzbund angeschlossenen Tierschutzvereine
betreuen daher frei lebende Katzen an kontrollierten Futterstellen. Diese
Anlaufstellen geben den Tierschutzvereinen die Möglichkeit, die Anzahl und den
Gesundheitszustand der Tiere zu überprüfen.
Bei Kastrationsaktionen, wie bereits mit Unterstützung des
Tierschutzvereins Laubach e.V. geschehen, werden die Katzen eingefangen,
medizinisch versorgt, geimpft, unter Narkose kastriert, gekennzeichnet,
registriert und anschließend in ihrem angestammten Revier wieder freigelassen.
Auf diese Weise wird dem Katzenelend vorgebeugt und die Vermehrung der frei
lebenden Katzen wird eingedämmt.
Bei Kastrationsaktionen von frei lebende Katzen werden diese
gekennzeichnet, eine max. 1 cm große Kerbe im Ohr hilft, die Tiere schon aus
der Ferne als kastriertes Tier von anderen noch unkastrierten Katzen zu
unterscheiden. So muss man die scheuen Tiere nicht dem enormen Stress des
Einfangens und Handlings aussetzen, um fest zu stellen, ob sie kastriert oder
anderweitig gekennzeichnet sind. Der Eingriff wird zusammen mit der Kastration
in Vollnarkose durchgeführt und ist daher für die Katzen nicht mit Schmerzen
verbunden.
Ein Rückblick und Ehrungen standen bei der 50-Jahr-Feier des Tierschutzvereins Laubach im Hotel "Bunter Hund" im Mittelpunkt. Vorsitzender Ulrich Möll, der im weiteren Verlauf des Abends den Landesehrenbrief erhielt, konnte zahlreiche Ehrengäste begrüßen.
Mit einem geschichtlichen Rückblick wurde auf die vielseitigen Aufgaben des Vereins zum Schutz der Tiere sowie an das Engagement für alte Menschen und bei den Ferienspielen erinnert (die GAZ berichtete). Möll bedankte sich unter anderem bei der Stadt Laubach und dem Veterinäramt für die gute Zusammenarbeit und bei Uschi Weber ("Uschis Katzenhaus") für das Aufpäppeln der Katzen.Möll endete mit dem Satz: "Geben wir den Tieren eine Stimme".
Stadtverordnetenvorsteher Joachim Kühn würdigte die Bedeutung des Vereins. "Wer Tiere missachtet und quält", sagte Kühn, "gehört nicht in unsere Gesellschaft". Stolz auf den Verein zeigte sich Bürgermeister Peter Klug. Aus Laubach würden kaum Tiere ins Tierheim gebracht, was an der guten Arbeit des Tierschutzvereins liege. Es sei Zeit, dem Verein Danke zu sagen für sein Engagement. In Sachen Tierschutz, bestätigte Klug, sei Ulrich Möll immer die erste Wahl.
Dr. Stefanie Graff vom Veterinäramt Gießen bescheinigte dem Verein, dass er Tierschutz mit Augenmaß betreibe. Vor allen Dingen entlaste er das Veterinäramt. Besonders für alte Menschen und auch für die Kinder sei es wichtig, eine Verbindung zu den Tieren herzustellen. Zu einem besonderen Abend gehört auch ein Ehrenvortrag – und dieser wurde von Prof. Dr. Michael Lierz (Veterinärklinik Gießen, Eigentümer der Fischzuchtanlage Wetterfeld) gehalten. Er informierte über die Lebendfallen und das Für und Wider.
Die echten Ehrenamtlichen, sagte der Kreisbeigeordnete Dirk Oßwald, seien meist "stille" Helden, die keine große Bühne möchten". Ulrich Möll investiere sehr viel Freizeit und viel Herzblut in den Tierschutz. Es sei nicht selbstverständlich, für das Wohlergehen anderer seine Freizeit zu opfern. "Aber es ist das, was eine humanitäre Gesellschaft auszeichnet, das menschliche Miteinander und das Füreinanderdasein". Oßwald zeichnete Möll mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen aus. Der Vereinsvorsitzende helfe – neben seinem großen Engagement für den Tierschutzverein – pflegebe-dürftigen Patienten, begleite sie zum Einkaufen oder zum Arzt.
Er kümmere sich seit Jahren täglich um Einzelschicksale und bringe sich in vielfältiger Weise für die Stadt und ihre Bürger ein. Seit 2002 sei er beispielsweise auch erster Vorsitzender des TSV Laubach.
"Man kann Ulrich Möll als tragende Säule der Gesellschaft bezeichnen", sagte Oßwald.
Es standen zahlreiche weitere Ehrungen an: Für 25 Jahre Mitgliedschaft wurden ausgezeichnet: Karin Richter und Ute Reitz sowie in Abwesenheit Edith Schimmel, Dr. med. Klaus Koch, Heide Quandt, Hans Heinrich Viehl, Birgit Hopp, Inge Exler, Ingrid Lutz und Jutta Ruth Walter.
Für 30 Jahre Mitgliedschaft wurden Renate Röhr, Elvira Pesch, Dr. med. vet. Rainer Lötzsch, Inge Möll, Michael Sussmann, Dr. Brigitte Wiegand und Günter Haas sowie in Abwesenheit Helma Göbel, Elisabeth Schipkowski, Dr. Dietmar Bittner, Hiltrud Korbach, Kurt Knoll, Helga Tat, Christa Knell, Rudi Rackow, Madeleine Gräfin zu Solms Laubach, Else Emmelius, Gretel Kühn, Brigitte Günther, Heinz Müller und Walter Büttner ausgezeichnet. Für 50 Jahre Mitgliedschaft wurde das Gründungs- und Ehrenmitglied Christiane Klippstein ausgezeichnet.
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